GASFACKELN
   
 
   
Fackel KA Köln-Stammheim 2200 m³
GASFACKELN FÜR KLÄR - / BIOGAS

AUFGABE

Klärgas-Fackeln werden benötigt zur sicheren Beseitigung von Klärgas, wenn eine energetische Nutzung im Blockheizkraftwerk oder in der Heizung nicht möglich ist. Die Fackeln sollen sicherstellen, dass kein Gas unverbrannt in die Atmosphäre gelangen kann. Damit wird eine Gefährdung für Mensch und Umwelt sicher vermieden.


AUFBAU

Die Gasfackel gliedert sich in einen Fackelbrenner und einen Fackelunterbau. Sie ist nach dem Prinzip des Injektorbrenners konzipiert und besteht aus einer Düse, einem Injektor mit Luftmengenregulierung, einem Flammenschutzrohr, einer Armaturengruppe sowie einer Fackelsteuerung. Die Fackel wird vollständig aus Edelstahl gefertigt, wobei gasberührte Teile in Edelstahl 1.4571 ausgeführt sind.

Der Fackelbrenner setzt sich aus dem Flammenschutzrohr, dem Injektor mit seiner Tragkonstruktion, der Zündung und der Flammenüberwachung zusammen. Für das Flammenschutzrohr und den Injektor wird dabei der hitzebeständige Edelstahl 1.4828 verwendet.

Der Fackelunterbau trägt zum einen den Fackelbrenner und nimmt zum anderen die senkrecht eingebaute Armaturengruppe auf. Auf Wunsch kann er mit einer Blechverkleidung versehen werden, so dass die Armaturen witterungsgeschützt sind. Eine Tür ermöglicht dann eine gute Zugänglichkeit.

Die Armaturengruppe besteht aus einem Magnet- oder Motorventil (langsam öffnend, schnell schließend, stromlos geschlossen), einer Flammenrückschlagsicherung und zwei Druckwächtern.

Die Steuerung der Fackel ist in einem Schaltschrank aus Edelstahl eingebaut, der am Unterbau befestigt ist. Die interne Verdrahtung mit der Armaturengruppe, der Zündung und der Flammenüberwachung wird komplett im Werk durchgeführt.



FUNKTIONSWEISE

Überschussgas kann über die Gasfackel abgebrannt werden, sobald ein entsprechendes Signal die Fackel in Betrieb setzt. Im Normalfall wird dieses Signal von der Füllstandsmessung des Gasspeichers gegeben. Hat der Gasspeicher seine maximale Füllhöhe erreicht, wird das Einschaltsignal für die Fackel freigegeben.

Die Steuerung der Gasfackel startet dann die Zündung und öffnet das Motor- bzw. Magnetventil. Das Gas kann somit durch das Ventil und die Flammenrückschlagssicherung fließen und wird von der Düse mit hoher Austrittsgeschwindigkeit in den Injektor entlassen.

Durch die hohe Geschwindigkeit des Gases wird die notwendige Verbrennungsluft von außen in den Injektor gesogen, und es entsteht ein brennbares Gas/Luft-Gemisch. Beim Austritt aus dem Injektor wird dieses Gemisch über eine Zündelektrode entzündet und verbrennt innerhalb des Flammenschutzrohrs. Dieses dient als Windschutz, damit die Flamme farblos brennt.

Nach erfolgter Zündung und stabiler Flammenbildung brennt die Fackel solange, bis aus der Füllstandsmeldung des Gasspeichers das Ausschaltsignal kommt. Das Motor- bzw. Magnetventil schließt dann, und der Brennvorgang wird somit beendet. Ein automatischer Wiederanlauf der Gasfackel erfolgt, sobald mit dem maximalen Füllstand des Speichers das Einschaltkriterium wieder erreicht ist.

Alternativ zur Füllstandsmessung des Gasspeichers kann auch der schwankende Gasdruck im Gassystem für das Ein- und Ausschalten der Gasfackel benutzt werden. Zu diesem Zweck sind zwei Gasdruckwächter an der Fackel vorhanden, mit denen ein maximaler und minimaler Druck als Ein- bzw. Ausschaltwert eingestellt werden kann.

Der Schaltschrank enthält die komplette Steuerung für die Flammenüberwachung und Zündung der Fackel. Ein Zündtrafo versorgt die Zündelektrode, die das am Injektor ausströmende Gas/Luft-Gemisch direkt entzündet. Die Verbrennung wird überwacht mit einer Ionisationselektrode, die den durch die Flamme erzeugten Ionisationsstrom misst. Wenn dieser Ionisationsstrom bei einem Ausfall der Flamme abbricht, so erfasst die Ionisationselektrode dies, und es wird durch den Feuerungsautomaten eine Wiederzündung eingeleitet. Bei einem längeren Flammenausfall wird die Gaszufuhr unterbrochen und eine Störmeldung ausgegeben.