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ENTSCHWEFELUNGSANLAGEN FÜR
KLÄRGAS Der
Entfernung des Schwefelwasserstoffes (H2S) aus dem Klärgas wurde bislang
wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die erhöhten Anforderung des
Umweltschutzes und die Verbesserung der Betriebssicherheit der mit dem
Klärgas betriebenen Verbrauchseinrichtungen erfordert die Beseitigung
des Schwefelwasserstoffes aus dem Klärgas.
Die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Methode ist die klassische
Entfernung des H2S an einer eisen-oxidhaltigen Gasreinigungsmasse.
Dieses seit langer Zeit bekannte Verfahren ist in wesentlichen Punkten
verbessert worden. Bei hoher Reinigungsleistung ist jetzt nur noch ein
geringer Arbeitsaufwand notwendig.
Des Weiteren kann die Entschwefelungsanlage die Lebensdauer der Blockheizkraftwerke erhöhen und verlängern und somit zur Reduzierung der Wartungs- bzw. Ersatzteilkosten des BHKW`s beitragen.
DAS VERFAHREN
Das H2S-haltige Klärgas (oder auch ein anderes
schwefelwasserstoffhaltiges Gas) wird durch einen turm-förmigen Behälter
geleitet. In diesem Behälter befindet sich eine Reinigungsmasse, die als
wesentlichen Bestandteil ein spezielles Eisenoxid enthält. Die
Reinigungsmasse wird in pelletierter Form eingesetzt.
Der Schwefelwasserstoff wird beim Durchleiten durch die Reinigungsmasse
chemisch gebunden und somit aus dem Gas entfernt. Bei diesem Vorgang
verbraucht sich naturgemäß die Reinigungsmasse. Um den Verbrauch an
Reinigungsmasse gering zu halten, wird dem Rohgas eine geringe Menge
Luft zugesetzt. Durch diesen Luftzusatz wird die Reinigungsmasse wieder
regeneriert.
Folgende chemische Reaktionsgleichungen beschreiben diesen Vorgang:
Reinigung
2 Fe(OH)3 + 3 H2S → Fe2S3 + 6 H2O ∆ HR = - 63 kJ (1)
Regeneration
Fe2S3 + 1,5 O2 + 3 H2O → 2 Fe(OH)3 + 3 S ∆ HR = 603 kJ (2)
Durch den Luftzusatz wird die Reinigungsmasse wieder in ihren
ursprünglichen Zustand versetzt. Die Reinigungskraft lässt nach, sobald
sich zu viel elementarer Schwefel auf der Oberfläche der pelletierten
Reinigungsmasse ablagert.
Dieser bei der Regeneration entstandene Elementarschwefel kann nur mit
der Reinigungsmasse aus der Anlage entfernt werden. Lediglich aus diesem
Grunde kann der katalytisch geführte Betrieb nicht ohne Verbrauch an
Reinigungsmasse aufrecht erhalten werden. Je nach dem Schwefelgehalt des
Rohgases können aber hohe Anreicherungsgrade an Schwefel in der
verbrauchten Reinigungsmasse erzielt werden, so dass der absolute
Verbrauch an Reinigungsmasse gering ist.
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