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SILOXAN-ADSORBER
AUFGABE DER
GASFILTERANLAGE
Siloxane in Klär- und Deponiegasen haben sich als sehr problematische
Begleitstoffe erwiesen. Die eigentlich harmlosen Substanzen bilden bei
der Verbrennung anorganisches Siliciumdioxid - SiO2.
Das bei der Verbrennung entstandene, zu meist kristallin vorliegende,
Siliciumdioxid, hat in den Gasmotoren der Blockheizkraftwerke die
unangenehme Eigenschaft als "Schmirgelpapier" zu wirken. Große
Verschleisserscheinungen am Motor, besonders an den Zylinderköpfen, sind
die Folge. Kosten in häufig fünfstelliger Höhe kommen auf den Betreiber
für die Beseitigung der ständig auftretenden Schäden zu.
Für kleinere Volumenströme eignen sich einfachere Filteranlagen auf der
Basis der Adsorption
der Siloxane an Aktivkohle
Herkunft der Siloxane im Klärgas
Die so genannten Siloxane gelangen durch die weit verbreitete Anwendung
moderner Waschmittel und Kosmetika in das Abwasser bzw. in die Schlämme
aus der Abwasserreinigung. Siloxane sind organische
Silizium-Verbindungen, die Methylgruppen enthalten.
Folgende Silicium-Verbindungen sind im Klärgas nachweisbar:
- Hexamethyldisiloxan (MM)
- Hexamethylcyclotrisiloxan (D3)
- Octamethyltrisiloxan (MDM)
- Octamethylcyclotetrasiloxan (D4)
- Decamethyltetrasiloxan (MD2M)
- Decamethylcyclopentasiloxan (D5)
Der Aufbau der Filteranlagen ist ähnlich der Entschwefelungsanlagen für
Klärgas, da auch hier eine Bindung des gasförmigen Schadstoffes an einen
festen Reaktionspartner erfolgt. Unsere langjährigen Erfahrungen mit
dieser Reinigungstechnik lassen sich hier besonders gut einsetzen.
Die Verwendung von Aktivkohle als Adsorptionsmaterial beseitigt aus dem
Gas auch weitere schwefel- und halogenhaltige Schadsubstanzen, so dass
hier zusätzlich noch ein erhöhter Reinigungseffekt erfolgt.
Durch den hohen Wasserdampfanteil des Klärgases besteht jedoch auch die
Gefahr, dass der Wasserdampf von der Aktivkohle adsorbiert wird und
somit die Aufnahme der Schadstoffe erheblich behindert wird. Die
Adsorption der Siloxane an Aktivkohle muss deshalb mit einem relativ
trockenen Gas erfolgen
FUNKTIONSWEISE DER GASFILTERANLAGE
Die Gasfilteranlage zur Adsorption von Siloxanen besteht aus zwei
Komponenten:
- einem Wärmetauscher
- einer Filtereinheit
Der Wärmetauscher dient der Erwärmung des Gases. Damit erfolgt zwar
keine absolute Trocknung des Gases, da die Gesamtfeuchtigkeit im Gas
verbleibt, jedoch kann damit eine relative Trocknung erzielt werden.
Entscheidend ist der relative Feuchtegrad des Gases für die Wirksamkeit
des Aktivkohlefilters.
Der Wärmetauscher ist als Doppelrohr- oder als Rippenrohrwärmetauscher
ausgeführt. Damit steht eine große Austauchfläche zur Verfügung, die
einen geringen Druckverlust gewährleistet. Der Wärmetauscher besteht aus
Edelstahl (W.St. 1.4571). Als Wärmeträger wird Warmwasser aus der
Heizungsanlage verwendet. Damit kann eine einfache Installation und
Steuerung des Wärmetauschers erreicht werden. Gegen Abstrahlungsverluste
ist der Wärmetauscher mit einer Wärmedämmung versehen. Der Wärmetauscher
soll unmittelbar vor dem Filter eingebaut werden, um Energieverluste zu
vermeiden.
Ausführung kleine Volumenströme
In der einfachsten Ausführung besteht der Siloxanadsorber aus einem
Behälter, der einen weiteren Behälter mit einem Siebboden enthält. In
dem inneren Behälter befindet sich die Aktivkohle als Adsorptionsmittel.
Das Gas fließt durch die Aktivkohle, an die Aktivkohle binden sich die
Siloxane und werden so aus dem Gas entfernt. Wenn die Aktivkohle mit den
Siloxanen gesättigt ist, kann der Austausch durch Wechsel des
Einsatzkorbes (innerer Behälter) einfach erfolgen.
Es können auch zwei Behälter hintereinander geschaltet werden, dann
übernimmt der zweite Behälter eine „Polizeifilter“-Funktion und stellt
somit sicher, dass das Gas immer sauber ist.
Ausführung große Volumenströme
Die Filtereinheit besteht aus einem Edelstahlbehälter zur Aufnahme der
Aktivkohle. Ähnlich unseren Entschwefelungsanlagen ist dieser Filter als
Zylinder mit einem bodenseitigen Konus ausgeführt. Damit lässt sich
sowohl eine optimale Gasverteilung im Filter erzielen bei der
gleichzeitigen Möglichkeit, ohne große Betriebsunterbrechungen
verbrauchte Aktivkohle über eine Absperrklappe aus dem Behälter abziehen
zu können. Der Filter aus dem W.-St. 1.4571 ist mit einer elektrischen
Begleitheizung und einer Wärmedämmung, für Außenaufstellung geeignet,
versehen.
Die Aktivkohle ist eine auf den Anwendungszweck ausgesuchte Formkohle,
die einen geringen Druckverlust gewährleistet.
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